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Aktuell: Heilige Orte - Neukirchen beim Heiligen... |
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Reihe, 45min
Neukirchen beim Heiligen Blut ist ein kleiner, aber nicht unbedeutender Wallfahrtsort im Bayerischen Wald. Was ihn seit Jahrhunderten prägt, ist seine geografische Lage an der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien. Die Heilige Madonna von Neukirchen brauchte man Anfang des 15. Jahrhunderts aus Böhmen über die Grenze. So wollte man sie vor den plündernden Hussiten retten. In ihrem Versteck wurde die kunstvolle Holzfigur jedoch von einem Hussitenführer entdeckt. Er schlug mit dem Schwert in ihren Kopf. Da soll aus dem gespaltenen Haupt der Gottesmutter frisches Blut geronnen sein. Der Hussit fiel auf die Knie und wurde katholisch. Neukirchen hatte seinen Namen und es begann bald eine grenzüberschreitende Wallfahrt für böhmische Pilger genauso wie für bayerische, die über Jahrhunderte währte.
Doch Mitte des 20. Jahrhunderts setzte der Kalte Krieg dem kleinen Wallfahrtsort eine Grenze vor die Nase, die niemand mehr überwinden konnte. Der Eisernen Vorhang, teilte die Welt in zwei verfeindete Hemisphären. Und so landete Neukirchen - für fast 50 Jahre - in der Isolation. Die alten Verbindungen nach Böhmen rissen ab, die Menschen wurden Bewohner einer abschreckenden Grenzregion.
Dann aber - 45 Jahre nach dem 2. Weltkrieg - waren die Grenzen wieder offen. Und die Neukirchner ließen - zusammen mit dem tschechischen Pilgervater Vladislav Sysel - eine uralte Wallfahrt wieder auferstehen. Die Wallfahrt der Choden. Der Einzug des katholischen Volksstammes aus Tschechien in die Wallfahrtkirche von Neukirchen wurde zum Symbol der Befreiung aus den Folgen des Kalten Krieges. Das war wohl der emotionalste Moment, den Neukirchen jemals erlebt hatte. Noch immer berichten die Menschen von diesem Erlebnis mit bebender Stimme. Heute - gut 17 Jahre nach Öffnung der Grenzen - hat der grenzüberschreitende Alltag in Neukirchen wieder Einzug gehalten.
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